Saechsische (Witze)

Ein Soldat begegnet einem Offizier und geht grußlos an ihm vorüber. "Kommse ma zurigg! Sollnse mich nich grießen?!" "Nu, von wäm denn?"

 

Im Spielwarengeschäft "Ich hädde gärne ä Lewen." Die Verkäuferin bringt eine Schachtel und holt ein Stofftier heraus. "Nee, das is doch gee Lewe, das is ä Diecher!" Die Verkäuferin kommt mit einer neuen Schachtel. "Nee, heernse, das is doch ä Leobard!" Sie öffnet die dritte Schachtel. "Awwr, was bringse denn nu? Das ist doch ä Buhmah!" Schließlich wird die fünfte Schachtel geöffnet. "Also, ich bidde Sie, das soll ä Lewe sein?! Das is doch ä Bärnhahrdiener! Hammse denn geen Lewen?" Die Verkäuferin stellt mit leichter Verlegenheit fest: "Wissense, een diräggdn Lewen hammorrnich..."

 

Zwei Freunde treffen sich. Sagt der eine: "Fraach mich mal, wie mirsch gehd!" "So ein Unsinn, du gannsd mir doch..." "Fraach mich mal, wie mirsch gehd!" "Du bist awwr heide alwern, du..." "Nu fraach mich doch mal, wie mirsch gehd!" "Also guhd. Wie gehdsn dir?" "Fraachenichü!"

 

"Entschuldigen Sie bitte, wohnt hier in diesem Haus ein gewisser Vogel?" "Nadierlich. In dorrzweedn Ädaasche. Rabe heeßdr."

 

Kurz vor Vollstreckung eines Todesurteils. "Haben Sie noch einen letzten Wunsch?" "Ja. Ich mechde gärne 's Abbiduhr nachmachn!"

 

Kennen Sie den Unterschied zwischen einem Teekessel und Othello? Nein? Also: Beim Deegässl, da sieded dähr Dee! Un beim Odälloh, da deeded dähr sie!

 

"Enschuldchn Se, wissn Se dähn Wääch zum Radhaus?" "Nein, leider nicht." "Da missn Se dord de erschde Schdraße rächds neingehn un dann de nächsde widdr lingks, und dann sähnses schon!"

 

Zwei Freunde sitzen beim Bier und schweigen eine Weile vor sich hin. Einer nimmt die Unterhaltung wieder auf und sagt: "Ich gammr nich hällfn ...das gannse Lähm gommd morr vor wie ä geblazzdr Lufdballong." "Wie meensdn das?" "Ich weeß ooch nich." "Na, da hasde rechd!"

 

Tristans Todeslied. Es dauert und dauert. Da flüstert Frau Kretzschmar: "Du, Oddo, baß uff, dähr ward wieder!"

 

Nach dem Konzert. Das Publikum drängt in die Straßenbahn. Ein Musiker versucht mit seinem Baß ebenfalls die Straßenbahn zu besteigen, aber er wird von der drängelnden Masse immer wieder zurückgedrängt. Schließlich ruft der Schaffner: "Iwwerfilld! Zuriggdrädn!" Der Musiker kommt mit seinem Instrument nicht mehr mit und schimpft vor sich hin. Da ruft ihm der Schaffner noch zu: "Da häddn Se ähmd Fleede lärn missn!"

 

Ein Theateragent aus Berlin sitzt in einer sächsischen Stadt in der Oper, um Nachwuchs zu entdecken. Neben einigen guten Kräften hat die Oper einen miserablen Tenor. Seine große Arie schafft er nur mit Müh und Not. Trotzdem bricht anschließend frenetischer Beifall los. Sogar da capo wird gerufen! Er wiederholt die Arie. Nicht enden wollender Beifall. Da capo! Der Berliner Agent kann es kaum fassen. Erneut tritt der Tenor an die Rampe und singt mit letzter Kraft. Kläglich! Das Publikum rast. Es klatscht und trampelt mit den Füßen! Der fassungslose Theatermann fragt nun seinen Nachbarn: "Sagen Sie mal, finden Sie denn diesen Sänger wirklich so gut?" "Nee, awwr heide machn mirn färdch!"

 

In einem Eisenbahnabteil sitzen sich zwei Männer gegenüber. Über dem einen liegt in der Gepäckablage ein ziemlich großer Karton, dessen Inhalt nicht zu erraten ist. Der Mann guckt immer wieder zu dem Karton und hält es schließlich nicht mehr aus: "Se warn enschuldchn... awwr was issn in dähm Babbgardong?" "Ä Mungo." Der Mann staunt, schweigt eine Weile, dann fragt er: "Se warn enschuldchn, awwr was issn ä Mungo?" "Ä Mungo? Der frißd Schlangn!" Der Mann staunt noch mehr und fragt nach einigen Minuten: "Se warn enschuldchn, awwr was machn Se dann midd dähm Mungo?" "Dähn bring ich meiner Dande in Dräsdn." "Ach so." Nachdem er eine Weile darüber nachgedacht hat: "Saachn Se mal - Ihre Dande in Dräsdn, haddn die Schlangn?" "Nee, awwr die dräumd immor von Schlangn!" "Awwr wennse bloß von Schlangn dräumd, dann sinn das doch gar geene richdchn!" "is ja ooch gee richdcher Mungo!"

 

"Herr Wachdmeesdr!" "Ja, bidde." "Hamm Se nich ne Frau ohne Mann gesähn, der genau so aussiehd wie ich?"

 

"Was hammse denn im Deeahdor gegähm?" "Eene Marg." "Nee, ich meene, was forn Schdigg?" "Zwee Fuffzichfennichschdigge." "Nee, ich meene, was die Schauschbieler gegähm hamm?" "Die warn wohl umsonsd dagewäsn sein!"

 

Schauspiel. Ein klassisches Stück wird gegeben. In der DDR gab es seinerzeit Kultur- und Bildungspläne, die auch den gemeinsamen Besuch von Theatervorstellungen vorsahen. Die Vorstellung läuft schon eine Weile, als ein verspätetes "sozialistisches Kollektiv" vom Dorf in der Bezirksstadt eintrifft. Auf der Bühne wird in dem Moment, als die Gruppe leise den Theaterraum betritt, gerade laut die Frage gestellt: "Wer seid Ihr? Und warum kommt Ihr so spät?" "Mir sinn die Brigade VIII. Baardeidaach. Unser Bus hadde Banne!"

 

Tante Else und Onkel Paul kommen zu Besuch. Die kleine Hildegard wird von den Eltern aufgefordert, etwas von ihren Klavierspielkünsten zu zeigen. Nach ihrem ersten Stück sagte sie: "Das war Andante." Tante Else meint: "Dangke scheen, mei Gind, wärglich sähr scheen. Un nu schbiel mal was an Ongkel."

 

"Sie sind ein großer Meister! Das ist wirklich ein wunderbares Bild! Ich kann mich gar nicht dran satt sehen!" "Ich ooch nich. Desdorrwäächn will ich'sja vorrgoofn!"

 

Eine alte Dame kommt mit einem Hörrohr ins Theater. Der Logenschließer sieht mißtrauisch auf das Rohr und sagt: "Ich saachs Ihn im Guhdn! Een Deenchen aus dem Dinge - un Se fliechn naus!"

 

Wallensteins Tod. Letzter Akt, letzte Szene. Wallenstein ist ermordet. Octavio Piccolomini tritt auf: "Es darf nicht sein! Es ist nicht möglich! Gordon! Ich will's nicht glauben. Saget nein!" Aber Gordon antwortet nicht. Er weist mit der Hand zum Hintergrund der Bühne, wo Wallensteins Leichnam in einem zusammengerollten Teppich hinausgetragen wird. Da hört man in einer Parkettreihe eine Frau zu ihrer Nachbarin sagen: "Iebrichens, Borngräbers ziehn ooch um."

 

Ein Gast hat aufmerksam die Speisekarte studiert und gibt seine Bestellung auf: "Ich hädde gärne falschn Hasen midd Griengohl." "Hammirnich." "Na guhd, dann bringse mir richdchn Hasen midd Rohdgohl!" "Hammirnich." "Also, dann nahm ich ähmd Gaßler midd Sauergraud!" "Hammirnich." "Aber wieso denn?! Wozu schdehd das dann hier auf dorr Schbeisegarde?" "Nu ja, mir missn doch dähn Gäsdn änne Auswahl biedn."

 

"Harr Owwr! Ich hadde vor einicher Zeid bei Ihn ä Glarn beschdälld!" "Ich habe auch bloß zwei Hände!!!" "Awwr daf ier brauchnse doch bloß eene Hand!"

 

"Harr Owwr! Ihre Goddelädds warn ja ooch immer gleener!" "Das is änne obdische Deischung, mei Harr. Mir hamm unser Logahl vorrgreeßerd!"

 

In einem Kaffeehaus sitzt ein Mann am Tisch, der seinen Nachbarn augenscheinlich etwas fragen will. Schließlich faßt er sich ein Herz: "Enschulchn Se, derfde ich mein Guchn mal in Ihm Gaffee didschn? Meiner is nämlich alle."

 

"Herr Ober! Ich hätte gern einen Kaffee. Aber ohne Sahne!" "Das duhd mir leid, Gaffee ohne Sahne hamm mir nich. Gann's ooch ohne Milch sein?"

 

In einem noblen Hotel-Restaurant sitzen einige Herren bei einem guten Glas Wein und unterhalten sich über die schönen Dinge des Lebens. Ein Engländer: "Für mich ist das Schönste, wenn ich sitzen an meine Kamin und rauche eine gute Pfeife Tabak. Dazu trinke ich eine gute Whisky und lese den Guardian." Ein Franzose: "Nun für mich ist das Größte, wenn ich abe eine schöne Frau bei mir auf die Chaiselongue, übergieße schöne Frau mit Champagner und lecke ab schönen nackten Körper." Darauf fragt ihn ganz aufgeregt ein Sachse: "Sie! Müssjöh! Gehd das ooch midd Bier?"

 

"Ich hätte gern einmal Eier mit Röstkartoffeln." "Wollnse Schbiecheleier odor Riereier?" "Ach, wissen Sie, das ist mir eigentlich egal." "Nu ja, Schbiecheleier gennse nachzähln!"

 

Ein Mann hat kräftig gezecht. Bevor er geht, ruft er dem Wirt zu: "Schreimse meine Zeche an, Harr Wird!" "Hier wird nichts angeschrieben!" antwortet ärgerlich der Wirt. "Nich? Nu, mir soll's rechd sein, wennse sich's märgn genn!"

 

"Mechdn Se dähn Garbfn blau ässn?" "Nee, gähmse mer erschd dähn Fisch. De Gedrängke gomm hindorher."

 

"Se warn enschuldchn, Meesdr, awwr genndn Se mir vorrleichd ä >B< baggn?" "Nu, nadierlich. Morschn gennses holn!" Am nächsten Tag kommt der Mann wieder in die Bäckerei, um sein B abzuholen. "Ach nee, das is awwr schade! Se hamm ja ä hardes >B< gemachd! Ich wollde doch ä weeches!" "Da bagg ich Ihn ähmd ä neies. Morschn isses färdsch!" Am nächsten Tag: "Ei vorrbibbch! Jädz hamm Se ä gleenes >b< gebaggn! Ich wollde doch'n großes >BB< noch scheen einbaggn!" "Nee dangke, das is nich needch. Ich esses glei hier!"

 

Im Gericht. Ein Zeuge leistet feierlich den Eid: "Ich schwere, daß'ch de Wahrheed saache, de ganze Wahrheed un nischd wie die Wahrheed!" Der Richter fragt: "Was wissen Sie?" Der Zeuge: "Nischd!"

 

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